Das Azure Window auf Gozo, 13 Jahre vor seinem Einsturz

Malta und Gozo – Höhlen und Wracks

Juni 2004

Im Juni 2004 ist es nach 7jährigem Übersee-Tauchen endlich soweit: mein erster innereuropäischer Tauchurlaub steht bevor. Mit Viktoria, einer Tauchlehrerfreundin aus dem IDC, geht es nach Malta, bekanntermaßen einem der besten Mittelmeer-Tauchreviere. Insbesondere für erfahrene Taucher, die auf eigene Faust, ohne Tauchbasis, auf Unterwasser-Erkundung gehen wollen, ist das maltesische Archipel, welches aus den drei Hauptinseln Malta, Gozo und Comino, sowie ein paar weiteren kleineren Inseln besteht, ideal. Man benötigt:

  • Eine maltesische Tauchgenehmigung. Die besorgt man sich am besten schon in Deutschland, will man nicht einen Urlaubstag damit verbraten, sie vor Ort zu beschaffen, so wie wir.
  • Eine Unterkunft. Ideal sind Selbstversorger-Appartments, so ist man unabhängig von irgendwelchen Hotel-Essenszeiten.
  • Einen Mietwagen (Vorsicht, Linksverkehr!). Den kann man problemlos vor Ort für wenig Geld besorgen, sofern man nicht gerade zu den großen Verleihs am Flughafen rennt. Wir haben 16 EUR am Tag bezahlt bei einem kleinen Verleih irgendwo in Bugibba.
  • Einen Tauchführer. Kriegt man in jedem Tauchshop auf der Insel. Wir hatten Peter G. Lemon's A Guide To Shore Diving The Maltese Islands, der mit sehr guten Karten und Beschreibungen der Tauchplätze aufwartet.

So ausgerüstet braucht man sich lediglich morgens im Shop die gewünschte Anzahl Flaschen abzuholen und kann auf eigene Faust losziehen. Die erste Flasche kostet um die 2 Pfund (5 EUR), jede weitere Flasche 1 Pfund. Auf diese Weise kann man für weniger als 10 EUR drei Tauchgänge pro Tag absolvieren. Genial. Nachdem wir unseren Stützpunkt in Qawra (sprich: "Aura") bezogen haben, Tauchgenehmigung und Mietwagen besorgt sind, geht es los.

Malta

Im Hintergrund Maltas höchster "Berg", eine ehemalige Müllkippe. Da wir am Anreisetag nach durchgemachter Nacht noch etwas schlapp auf den Beinen sind, gehen wir am Nachmittag erstmal nur schnorcheln. Der Ahrax Point (sprich: "Arasch Point"), im Nordwesten der Insel gelegen, mit Blick rüber nach Comino, ist ein idealer Platz dafür, wobei man hier aber natürlich auch gut auf Tauchstation gehen kann. Highlight des Platzes ist ein kleiner Tunnel, der in einem von senkrecht aufragenden, hohen Felswänden umgebenen kleinen See endet, so dass man sich quasi wie in einer Sternwarte fühlt. Sehr nett.

Einstieg am Qawra Point mit dem Pool in der Bildmitte Am nächsten Tag starten wir unseren ersten "richtigen" Tauchgang und müssen dafür genau 400 m weit zum Qawra Point fahren. Durch einen kleinen Pool steigen wir ein, dann geht es an der Riffkante entlang in tiefere Gefilde. Die Landschaft ist geprägt von Seegras, Seegras und nochmal Seegras. Ein klitzekleines Tunnelsystem mit einem großen Felsen in der Mitte, den man umrunden kann, bietet etwas Abwechslung vom grünen Einerlei. Auf den Rückweg kommen wir noch an einer Gedenktafel für ein paar tödlich verunglückte Taucher vorbei. Insgesamt bekommen wir bei diesem Eingewöhnungstauchgang schon mal einen Vorgeschmack auf das, was uns in den nächsten zwei Wochen erwartet: Viel Höhle, wenig Fisch (dafür ist das Mittelmeer leider bekannt) und mega Sichtweiten.

Einstieg zu den Tauchplätzen bei Cirkewwa, im Hintergrund die Küste von Gozo. Cirkewwa liegt an der nordöstlichen Spitze Maltas, von hier setzen die Fähren nach Gozo über. Da es hier gleich mehrere ordentliche Tauchplätze gibt, springen wir hier gleich dreimal ins Wasser. Der bekannteste Platz ist sicherlich der Schlepper Rozi, der 1992 hier versenkt wurde und in 35 m aufrecht im Sand steht. Von Bewuchs ist nicht viel zu sehen und auch das Fischleben nimmt sich bei unserem Besuch eher spärlich aus. Den Weg zum Wrack markiert ein riesiger Anker, der etwas einsam in 32 m im Sand liegt. Auf dem Rückweg am Dropoff entlang passiert man eine Madonnen-Statue, die jemand aus unerfindlichen Gründen in 20 m Tiefe in einer Spalte deponiert hat. Der Dropoff hier ist auch durchaus einen eigenen Tauchgang wert.

Vik (rechts) und Buddy auf dem Pier gegenüber Popeye Village. Der Einstieg zur Anchor Bay, im Nordwesten der Insel gelegen, erfolgt von einem Pier gegenüber Popeye Village, der Filmkulisse des Hollywood-Streifens mit Robin Williams. Zweimal sind wir hier abgetaucht, beides Mal war die Sicht durch die von Westen hereinkommende Brandung extrem beschissen (ca. 1-2 m). Trotzdem lohnt sich die Mühe: Hält man sich nach dem Sprung vom Pier linkerhand und taucht immer schön an der Wand entlang, so gelangt man Parken an der Anchor Bay. nach 8-10 min Tauchzeit zum Eingang einer - für Sporttaucher-Verhältnisse - großen Höhle. Der Eingang befindet sich in 8 m Tiefe, man durchtaucht einen kurzen Tunnel und kann dann in der Höhle auftauchen. Dort sollte man dann einfach mal die Lampe ausmachen, sich auf den Rücken legen und die Stille genießen. Es ist nicht ganz dunkel in der Höhle, bei gutem Wetter kann man das Tageslicht durch den Eingang hereinscheinen sehen. Trotzdem sind natürlich zwei Lampen pro Tauchnase Pflicht, ziehen draußen Wolken auf, kann es doch recht finster werden. Im hinteren Bereich der Höhle befindet sich ein schmaler, schulterbreiter Durchlass, der in eine weitere, stockdunkle, Anchor Bay. Der Eingang zur Skorpionshöhle befindet sich genau unterhalb der Felsnase in der rechten Bildhälfte. kleine Kammer führt, in der man ebenfalls auftauchen kann. Bei niedrigem Wasserstand kann man den Durchlass durchschnorcheln, ansonsten muss man kurz einen Meter abtauchen. In der Kammer legen wir unsere Ausrüstung ab und finden nach einigem Suchen das, weswegen wir eigentlich hergekommen sind: Skorpione. Diese hausen in den Spalten und Ritzen an der Höhlenwand und -decke. Wir reden hier von ganz normalen Landskorpionen (gibt es überhaupt Aqua-Skorpione?), wie auch immer die in diese Höhlen gekommen sind. Crazy. Alleine der Skorpione wegen finde ich die Anchor Bay sehr tauchenswert, ansonsten gibt's fischmäßig nämlich kaum was zu sehen.

Einstiegspunkt für einen Tauchgang an der Maori. Das Maori Wreck liegt in der St. Elmo Bay, am Stadtrand der maltesischen Hauptstadt Valletta. Bei dem Schiff handelt es sich um einen 1937 gebauten britischen Zerstörer, der 1942 bei einem Luftangriff im Grand Harbour sank und später an seine endgültige Ruhestätte geschleppt und in 14 m Wassertiefe versenkt wurde. Das Wrack ist einfach zu betauchen. Man kann es auch innen der Länge nach durchtauchen, wobei man aber wie üblich vermeiden sollte, Sediment aufzuwirbeln. Ein paar kleinere Fischarten tummeln sich um das Wrack und wenn man Glück hat, findet man auch ein paar Muränen und Sepien. Die ein oder andere Granathülse liegt noch im Sand verbuddelt, glücklicherweise jedoch leer. Ein netter Platz für einen entspannten Sonntagnachmittag-Tauchgang.

Parkplatz bei Migra Ferha an den Dingli Cliffs. Von hier geht es erstmal 150 Stufen abwärts, bevor man sich     im Wasser von der Schlepperei erholen darf. Die Steilküste der Dingli Cliffs liegt im Westen der Insel und bietet den körperlich anstrengendsten Tauchgang auf Malta. Das hat weniger mit dem Tauchgang selbst zu tun, sondern vielmehr mit den 150 Stufen, die man voll aufgerödelt vom Parkplatz aus die Klippen hinuntersteigen muss - ein großer Spaß bei über 30 Grad Außentemperatur. Wichtig ist auch, dass man diesen Tauchgang nur bei idealen Wetterbedingungen und nicht vorhandener Strömung machen kann. Es gibt nur eine einzige, 2 m breite Ein- und Ausstiegsstelle. Wird man Da steht ein Kuhpferd auf'm Hof. hier von der Strömung weggetragen, kommt lange Zeit erstmal nichts. Im Süden hat man nach ca. 7 km Ghar Lapsi, wo man raus kann, im Norden nach ungefähr der gleichen Entfernung die Golden Bay. Highlight des Tauchgangs sind ein paar Autowracks, die da auf dem Meeresgrund herumliegen und die man nach Lebendigem durchstöbern sollte. Etwas deplaziert wirkt der gute Stern auf allen Straßen da ausgedient in 37 m Tiefe. Zum Austauchen kann man sich unter einen großen, wunderbar bunt bewachsenen Überhang in ca. 10 m Tiefe begeben, bevor der Ausstieg - und die 150 Stufen - auf einen warten. Netter Platz, der mit hervorragenden Sichtweiten (wir hatten um die 35 m) aufwartet.

Ghar Lapsi (sprich: "Ahr Lapsie") ist eine kleine Bucht im Südosten der Insel, ca. 10 km südwestlich von Rabat gelegen. Der Ort ist sehr beliebt bei den Einheimischen, man trifft hier immer Horden von Familien an, die in der kleinen Bucht baden oder angeln. Auch wir fühlen uns hier sofort pudelwohl und tauchen insgesamt viermal ab. Das Highlight hat man schon direkt beim Einstieg: Von einem kleinen Pool, der durch seine vielen in ihm herumliegenden kleinen und großen Felsen mehr einem Unterwasserspielplatz gleicht und in dem es vor Mini-Krebsen nur so wimmelt, führt ein Fußgängerzone in Bugibba enges Tunnelsystem durch die Felsen zur Außenkante der Klippen. Man quetscht sich durch diese vielleicht 1 m hohen Tunnel auf einer Länge von ca. 15 m von der Wasseroberfläche bis in eine Wassertiefe von 6 m - nichts für Klaustrophobiker. Sehr geeignet ist dieser Platz auch für Nachttauchgänge, dann hat man in dem U/W-Spielplatz etwas für maltesische Verhältnisse total Ungewöhnliches: Fisch noch und nöcher. Wendet man sich nach Verlassen des Tunnels in Richtung Osten (Küste zur linken Schulter), passiert man auf seinem Weg im Laufe der Zeit 4 kleinere Höhlen. In der letzten kann man seine Ausrüstung ablegen, idealerweise gegen Wegschwimmen sichern und dann über einen Spalt im Fels senkrecht nach oben auf die Klippen kletten und ein Sonnenbad nehmen - was wir dann auch ausgiebig genießen.

Das Inlet von Wied Iz Zurrieq, von wo aus man zur Um El Faroud rübertaucht. Der vielleicht bekannteste Tauchplatz von Malta heißt Wied Iz Zurrieq und wird oft fälschlicherweise auch als Blue Grotto bezeichnet. Die blaue Grotte liegt aber 1 km südlich dieser kleinen Bucht, von der aus die Ausflugsboote starten, um den geneigten Touri zur Grotte zu karren. Highlight an diesem Platz ist sicher das Wrack der Um El Faroud. Dabei handelt es sich um einen Tanker, der 1998 als künstliches Riff versenkt wurde, nachdem es drei Jahre zuvor bei Wartungsarbeiten im Valletta Grand Harbour eine Explosion gegeben hatte, bei der 9 Werftarbeiter ums Leben kamen. Das Wrack liegt in 35 m Wassertiefe aufrecht im Sand, den höchsten Punkt markiert der Schornstein in 12 m Tiefe. Wir entscheiden uns für das kombinierte Schnorchel-/Tauch-Anpirschverfahren: erst wird 100 m geschnorchelt, dann in eine Tiefe von 10 m abgetaucht. Wir nähern uns dem Wrack von Steuerbord und schon bald taucht der riesige dunkle Schatten etwas bedrohlich vor uns auf. Ein 110 m langer und 23 m hoher Schiffsrumpf ist schon ein überwältigender Anblick in dem tiefblauen, glasklaren Wasser des Mittelmeers. Nach kurzer Erkundung der unteren Regionen erforschen wir das Deck, schauen in jede Ritze, jedes Loch und arbeiten uns langsam Richtung Bug vor. Dort hat sich an der Reling doch tatsächlich ein Seepferdchen eingehängt und schaukelt gemächlich in der kaum vorhandenen Strömung! In einem Lüftungsschacht hat sich eine Luftblase gebildet, gerade groß genug, um mal seinen Kopf reinzustecken und einen tiefen Atemzug in 25 m Wassertiefe ohne Reg zu nehmen - wer es denn will, ich verlass mich da lieber auf meinen Automaten. Wir schwimmen etwas vom Wrack weg und werfen einen Blick auf den imposanten Bug - immer wieder eine meiner Lieblingsperspektiven auf ein Wrack. Dann geht es Richtung Heck, wir passieren einige Skorpionsfische, die die Treppen belagern, durchtauchen die Brücke und finden uns schließlich auf dem Oberdeck wieder, umkreist von einem großen Schwarm Barrakudas. Mit 100 bar Restluft geht es dann zurück Richtung Riff, wo wir gemütlich von dem meiner Meinung nach besten Shore Dive, den man auf Malta machen kann, austauchen. Auf dem Weg zurück zum Einstieg passieren wir diverse Höhlen; die tiefste davon liegt in 26 m Wassertiefe, weswegen wir hierfür einen eigenen Tauchgang reservieren. Und der lohnt sich in der Tat, die Höhle erstrahlt in allen möglichen Farben, wobei ein leuchtendes Rot vorherrscht, und in jeder Ecke hocken Garnelen herum.

Der dritte Schlepper vom Zonqor Point. Der Zonqor Point liegt im Südosten Maltas, in der Nähe des Ortes Marsaskala. Sehenswert hier sind zwei Schlepper, die in gut 20 m Wassertiefe aufrecht im Sand stehen. Die Schlepper sind fast frei von Bewuchs und auch fischtechnisch ist nicht viel zu sehen. Wir spotten ein paar Rochen im Sand, einen Occi und ein paar lila Fadenschnecken. Nach den Schleppern taucht man zum Austauchen noch am seicht vom Ufer abfallenden Hang entlang, der im wesentlichen aus Sand und Geröll besteht, nicht wirklich schön. Ein Platz nach dem Motto "Kann man mal gemacht haben und dann reicht's".


Fischerbötchen im Hafen von Marsaxlokk. Abendstimmung an der Marsaxlokk Bay. Das östliche Ende der Marsaxlokk Bay wird durch den Delimara Point markiert, an dem wir zu einem weiteren Tauchgang starten. Zunächst geht es über Seegras, bevor wir tiefere Gewässer erreichen, in denen haufenweise Felsblöcke aufrecht im Sand stehen. Ein paar Occis kreuzen unseren Weg, ansonsten ist doch eher gähnende Leere. Kein Platz, den ich wirklich empfehlen kann, da schlendere man lieber ein wenig durch's nahe Marsaxlokk und genieße die Abendstimmung.

Anrödeln in den Gassen von Sliema. Alleine schon das Anrödeln für den Platz Fortizza ist ein Erlebnis für sich. Der Platz liegt direkt am Strand im Herzen von Sliema, einem Stadtteil der Hauptstadt Valletta. Man sucht sich einen Parkplatz in den Häuserschluchten, zieht sich auf dem Bürgersteig um und marschiert dann in voller Montur mit dem Tank auf dem Rücken und den Flossen in der Hand über den Gehweg, latscht noch an den Cafes an der Strandpromenade vorbei, wo diverse Kaffee trinkende Ausflügler einen verwundert anstarren, überquert dann Nicht, dass einem noch kalt wird bei 30 Grad Außentemperatur. die Hauptverkehrsstrasse und landet so am Strand, an dem man ins Wasser steigt. Ich bin mir dabei schon etwas dämlich vorgekommen, auf der anderen Seite denke ich, dass die Einheimischen diesen Anblick schon gewohnt sind, verwundert dreinblicken tun nur die Touris. Den Tauchplatz selbst kann man als Spielwiese bezeichnen, ein idealer Platz, um mal ein bisschen Navigieren zu üben und sich von einem Orientierungspunkt zum nächsten laut Tauchguide zu hangeln. Es hat pilzförmige Felsen, kleine Rundbögen und einen 20 m langen Tunnel, den man durchtauchen kann. Fischmäßig ist auch hier eher Öde angesagt und wir wollen den Tauchgang schon beenden, als wir doch noch ein Im kleinen Schwarzen geht der Autor heute zum Mexikaner. Highlight entdecken. In einem Fels liegt tatsächlich ein großer Seehase. Diese Schnecke sieht aus wie eine Spanische Tänzerin, die man aus dem Roten Meer kennt, nur ist sie halt pechschwarz. Zu unserer großen Freude setzt sich der Hase bei unserer Ankunft auch sogleich in Bewegung und vollführt völlig unaufgefordert ein kleines Tänzchen für uns. Jeder, der schon mal eine Spanische Tänzerin hat schwimmen sehen, weiß, wie elegant das aussieht. 5 min lang schwimmt der Hase so in rhythmischen Wellenbewegungen durch das Wasser, bis er genug hat, sich wieder niederläßt und wir dann diesen doch noch sehr cool gewordenen Tauchgang beenden.

Gozo

Der Ort, an den es alle Touristen, die nach Gozo kommen, als erstes zieht, heißt Dwejra und liegt im Westen der Insel. Berühmt ist dieser Ort für seinen riesigen Felsbogen, durch den man wie durch ein Fenster das azurblaue Mittelmeer bewundern kann. Folgerichtig heißt dieser Bogen auch Azure Window. Auch für Taucher ist dies ein Topspot, es hat gleich eine Handvoll Tauchplätze hier. Da wir noch nie vorher hier waren, starten wir Das <em>Azure Window</em> bei Wetterbedingungen, bei denen man hier besser nicht taucht. Ganz im Vordergrund ist noch das <em>Blue Hole</em> zu erkennen. sinnvollerweise gleich mit einem Nachttauchgang am Blue Hole, was man eigentlich als eher dämlich bewerten kann. Das Blue Hole liegt dem Azure Window in einer Entfernung von gut 50 m genau gegenüber und kommt auch bei Tag eher schwarz daher. Es handelt sich um ein rechteckiges Loch im Fels mit einer Wassertiefe von 15 m. In 7 m Tiefe beginnt ein großer Torbogen, durch den man nach draußen ins Freiwasser schwimmen kann, was wir nach dem Abtauchen sogleich auch tun. Im Schneckentempo geht es dann an der senkrecht abfallenden Felswand entlang, die im Schein unserer Lampen wunderbar bunt in Rot, Gelb und Blau daherkommt. Überall in den Ritzen sitzen Schnecken, Garnelen und Krebse. Immer schön an der Wand entlang erreichen wir nach 30 min die Coral Gardens. Warum diese Stelle so heißt, ist mir schleierhaft, von Korallen ist hier weit und breit nichts zu sehen. Dafür erspähen wir in 7 m Tiefe einen schmalen Spalt im Fels, von dem wir später erfahren, dass diese Azure Window Stelle The Crack heißt. Der Spalt ist zunächst 2 m breit und führt schräg nach unten, im Schein der Lampen ist kein Ende in Sicht. Die Neugier (und Dummheit) siegt über die Vernunft und wir tauchen in den Spalt hinein, was ja dann doch schon gigantisch aussieht mit den links und rechts senkrecht nach oben aufsteigenden Felswänden zu beiden Seiten. Der Spalt verjüngt sich immer weiter, bis er in einer Tiefe von 24 m nur noch gut schulterbreit ist und ich denke, es wäre vielleicht doch mal Zeit, wieder umzukehren. Doch genau in diesem Moment ist das Ende zu erkennen und wie landen wieder im Freiwasser. Da wir nicht mehr wirklich wissen, wo wir uns wohl befinden, tauchen wir langsam auf und haben nach Durchbrechen der Oberfläche direkt das riesige Azure Window vor unserer Nase. Ganz so war das ja nicht geplant. Also Kompaßkurs genommen und auf geradem Weg zurück zu unserem Ausgangspunkt. Nach wenigen Minuten erreichen wir den großen Bogen, der den Eingang zum Blue Hole markiert, durchtauchen ihn und beenden entspannt unsere kleine Exkursion. Insgesamt ein sehr interessanter Platz, auch wenn dies sicherlich keine Meisterleistung war, man sollte die Spalten, in die man sich hineinzuquetschen gedenkt, besser erstmal bei Tag erkunden. Am nächsten Morgen geht es dann gleich Die Inland Sea. Zur Linken der Tunnel, der ins Freiwasser führt. weiter mit Tunneltauchen, wir wollen von Inland Sea nach Blue Hole. Die Inland Sea ist ein kleiner See, der durch einen durch die Klippen führenden Tunnel mit dem Freiwasser verbunden ist. Zunächst hat der Tunnel nur eine Tiefe von 3 m und wird auch permanent von Motorbooten benutzt, deswegen halten wir uns am Anfang nah an den Felswänden. Schon bald wird das Wasser jedoch tiefer und der Ausgang zum Freiwasser strahlt uns in tiefem türkisblau entgegen. Brilliant. Nach 80 m verlassen wir den Tunnel in einer Tiefe von 26 m. Dann geht es 30 min lang an der senkrecht bis auf deutlich über 50 m abfallenden Felswand entlang. Wir durchtauchen das Azure Window und erreichen schließlich das Blue Hole, wo wir noch eine Höhle erkunden, die dem Bogen, der ins Freiwasser führt genau gegenüber liegt. Super Tauchgang, auch hier macht ein großer Teil des Spaßes einfach die Atmosphäre von Tunnel und Steilwand aus, fischmäßig sollte man nichts erwarten.

Nachtrag Oktober 2017: Zu meinem großen Bedauern ist das Azure Window am 8. März 2017 während eines Sturms komplett eingestürzt. Inwieweit dies auch Einfluss auf die Unterwasserwelt hatte (positiv wie negativ) ist mir nicht bekannt.

Das <em>Blue Hole</em> bei rauer See. In der oberen Bildmitte ist <em>Big Bear</em> zu erkennen,     ganz oben rechts <em>Crocodile Rock</em> Nach ausreichender Oberflächenpause starten wir zu unserem 2. Tauchgang heute, der uns von Big Bear nach Coral Gardens führt. Direkt unter unserem Einstiegspunkt, befindet sich eine kleine Höhle, die Rogers Cave, die wir einer kleinen Inspektion unterziehen, jedoch nichts Berichtenswertes ausmachen können. Der Weg führt um den Big Bear, ein großer der Küste vorgelagerter Felsen, herum, bis wir die Coral Cave erreichen. Diese Höhle ist wirklich riesig, der Eingang ist so breit, dass man fast schon übersehen könnte, dass es sich um eine Höhle handelt. Sie ist deutlich interessanter als Rogers Cave, die ganzen Wände sind bunt bewachsen und kommen in allerlei Farben daher. Eigentlich denke ich, dass man sich in dieser Höhle nicht vertauchen kann, sie ist zwar riesig, aber nicht verwinkelt. Wenn man sich beim Eindringen den Kompaßkurs Richtung Ausgang merkt, sollte eigentlich auch bei aufgewirbeltem Sediment nichts passieren können. Ich musste jedoch erfahren, dass vor einigen Jahren zwei Taucher hier ums Leben gekommen sind, also Vorsicht ist geboten. Nachdem wir die Höhle ohne Zwischenfälle wieder verlassen, erreichen wir bald die Coral Gardens, an denen wir unseren Tauchgang beenden. Die anschließende Pause nutzen wir, um uns ein wenig im Hauptort der Insel, Victoria, umzusehen und die dortige Zitadelle mit toller Aussicht über Gozo zu besichtigen. Es bleibt unsere einzige Oberflächenexkursion während unseres zweiwöchigen Aufenthalts, was man gerne als Kulturbanausenismus bezeichnen darf.

In den Gassen der Zitadelle von Victoria. In der Zitadelle von Victoria. Kathedrale von Victoria

Schon in der Dämmerung steigen wir dann zu unserem letzten Tauchgang in Dwejra ins Wasser, um uns von Little Bear nach Crocodile Rock zu bewegen. Der Little Bear ist der Bruderfelsen vom Big Bear und liegt ihm direkt gegenüber. Der Einstieg ist wieder über Rogers Cave, dann geht es jedoch in die andere Richtung immer an der Felswand entlang, die hier senkrecht bis auf 35 m abfällt, was im Schein der Lampen mal wieder genial aussieht. Nach 25 min erreichen wir den Crocodile Rock, umrunden ihn und schwimmen den gleichen Weg zurück, diesmal aber an der Abbruchkante der Wand in seichten 5 - 7 m Wassertiefe. Leider gibt es auch hier oben kaum was an Fischigem auszumachen, so erreichen wir nach 55 min Tauchzeit ohne größere Enthusiasmusanfälle unseren Ausgangspunkt. Insgesamt sind die Plätze um Dwejra wirklich gut, am besten haben mir der Tunnel an der Inland Sea und die kleine Nachtexkursion am Blue Hole gefallen.

Ein fast schon nostalgisches Gefährt. Der Ort Xlendi liegt im Südwesten Gozos an einer großen Bucht, in der man seinen Tauchgang startet. Nach dem Abtauchen geht es in 8 m Tiefe zur gegenüberliegenden Seite dieser Bucht, wobei man auf Motorboote aufpassen sollte, die durch die Bucht von und nach Xlendi tuckern. An der gegenüberliegenden Seite begibt man sich auf die Suche nach einem Tunnel, der einen durch den Fels zum Außenriff führt. Der Tunnel ist 70 m lang und hat eine Maximaltiefe von 8 m, wobei man an einigen Stellen auftauchen kann (Achtung, Kopfstoßgefahr, die Decke ist teils sehr niedrig). Wir legen in dem Tunnel eine kleine Tauchpause ein und genießen die anheimelnde Atmosphäre, die durch das von draußen einfallende Licht verursacht wird. Nach Durchtauchen des Tunnels erreichen wir das Außenriff, welches aber wie alle Plätze auf Gozo, weder mit Fisch- noch mit Korallenreichtum glänzen kann. Also wählen wir den Weg zurück durch den Tunnel zu unserem Ausstiegspunkt. Durch den Tunnel ist dies wirklich ein schöner Tauchplatz, das Außenriff kann man sich sparen.

Hochbetrieb in Mgarr Ix Xini. Die langgestreckte Bucht von Mgarr Ix Xini, im Süden Gozos, ist ein sehr beliebter Platz, wenn das Tauchen aufgrund der Wetterverhältnisse im Norden und Westen nicht möglich ist. Das bekommen wir auch bei unserer Ankunft gleich zu spüren, praktisch jede Tauchschule Gozos ist vertreten und auch die Einheimischen nutzen die Bucht für ein kleines Pläntschchen am Strand. Dieser fällt sehr langsam in größere Tiefen ab, so dass man gerade am Anfang und Ende des Tauchgangs auf die Boote aufpassen muss, die hier permanent die Bucht durchfahren. Auch sollte man selbst bei strahlendem Sonnenschein nicht vergessen, seine Lampen einzupacken, denn Highlight sind - wie könnte es auf Gozo anders sein - zwei Höhlen. Die erste erreicht man nach gut 10 min Tauchzeit, die Wassertiefe liegt hier bei 10 m. Die Höhle führt quasi rechteckig und schnurgerade etwa 25 m in den Fels hinein, sie ist auf der gesamten Länge sehr breit (ca. 8 m ), Vertauchen unmöglich, der Ausgang ist die ganze Zeit zu sehen, sofern kein Sediment aufgewirbelt wird. Wendet man sich nach Verlassen der Höhle wieder nach rechts Richtung offenes Meer, erreicht man ein paar Minuten später die 2. Höhle in einer Wassertiefe von 16 m. Diese Höhle hat auch einen sehr großen Eingang, wird dann aber nach einer kurzen Z-Kurve, die dazu führt, dass der Ausgang nicht mehr sichtbar ist und es ziemlich Wofür brauchen so wenige Menschen eigentlich so große Kathedralen? schnell stockdunkel wird, immer schmaler, bis beide Schultern an der Felswand entlangschleifen, so dass ein Wenden etwas schwierig wird. Dies war dann der Punkt, an dem ich durch eine etwas unästhetisch anzusehende halbe Rolle vorwärts bei gleichzeitiger halber Schraube umgedreht bin, da es mir etwas zu heikel wurde. Wie weit die Höhle noch in den Fels hineingeht, weiß ich nicht. Für beide angesprochenen Höhlen gilt, dass man in ihnen nicht auftauchen kann. Auf dem Weg zurück zum Strand stöbern wir dann in den Seegraswiesen nach Seepferdchen, die hier heimisch sein sollen, finden jedoch keine. Insgesamt ein netter Tauchgang, den man mal gemacht haben kann.

Das Xlendi Wreck hat nichts mit dem gleichnamigen Ort zu tun. Vielmehr handelt es sich um ein gesunkenes Fährschiff, welches kieloben in 40 m Wassertiefe vor der Südküste Gozos liegt. Dies ist daher ebenfalls ein Platz den man ansteuern kann, wenn es die Wetterverhältnisse nicht zulassen, an der Nord- oder Westküste zu tauchen und Mgarr Ix Xini vielleicht schon übervölkert ist. Ansonsten kann ich nur raten, sich diesen Tauchgang zu sparen. Das Wrack ist äußerst uninteressant. Ein Eindringen sollte man tunlichst unterlassen, wie uns eine lokale Tauchbasis geraten hat, das Wrack ist sehr instabil. Keine gute Idee, wenn einem plötzlich der ganze Kiel auf den Kopf knallt, während man gerade das Autodeck durchtaucht. So bleibt denn eine lila Fadenschnecke das einzige, was es während des 40 minütigen Tauchgangs zu sehen gibt, wenn man von dem 7armigen Oktopus, den wir beim Rückweg zum Einstieg noch spotten, mal absieht.

Unbekannte Schneckenart am Reqqa Point Der Reqqa Point bildet die Nordspitze Gozos und ist ein Tauchplatz für fortgeschrittene Taucher. Man kann den Tauchgang nur bei günstigen Wetterverhältnissen durchführen, da es nur 2 Ein- bzw- Ausstiege gibt und man bei Strömung Gefahr läuft, nach Norden ins offene Meer abgetrieben zu werden. Irgendwann kommt dann Sizilien, wenn man Glück hat. Wir steigen am westlichen Einstieg ins Wasser, gucken nach unten und sind überrascht, dass wir den Meeresgrund unter uns sehen können. Der liegt nämlich auf 55 m Tiefe, was zeigt, wie glasklar das Wasser hier ist. Die Wand fällt zuerst senkrecht nach unten ab, ein klasse Anblick, und geht dann in Terrassen über, je weiter man die Spitze umrundet. Nach der Umrundung Richtung Osten erreichen wir einen kleinen Kamin in der Felswand, in den man auf 24 m einsteigen und senkrecht nach oben tauchen kann. Bei 12 m kann man den Kamin wieder verlassen, was wir dann auch tun und zurück zum Einstieg schwimmen. Fisch hat es auch hier kaum, Highlight sind die Dropoffs.

Eine gutgelaunte Vik vor dem Abtauchen zum Double Arch. Für den Double Arch gilt dasselbe wie für Reqqa Point, er ist nur bei optimalen Wetterbedingungen sicher durchführbar. Um zum Double Arch zu kommen, steigt man 1 km westlich von Marsalforn am Strand ins Wasser. Dann ist erst mal Streckentauchen Richtung Norden angesagt, denn der Doppelbogen liegt etwa 300 m vor der Küste, was so an die 15-20 min Tauchzeit bei lockerem Tempo in Anspruch nehmen kann. Dabei schwimmt man größtenteils über Seegraswiesen. Der Weg lohnt sich, denn der Anblick, der sich einem bietet, wenn der Bogen so langsam im tiefblauen Meer auftaucht, ist wirklich einmalig. Es handelt sich um zwei übereinanderliegende Bögen, die aussehen, als hätte ein Bildhauer da ein überdimensionales Monument geschaffen. Der kleinere, obere Bogen läßt sich in 24 m Tiefe durchtauchen, der untere Bogen reicht von 28 m bis hinab auf 34 m. Nach dem man die Bögen ausgiebig genossen hat, geht es den weiten Weg zurück zum Strand, man sollte ein wenig mit seinem Luftvorrat haushalten.

Der "Einstieg" zur Billinghurst Cave, die genau unterhalb der Klippen liegt. Die Billinghurst Cave liegt etwas südlich vom Reqqa Point und ist eine der anspruchsvollsten Tauchplätze auf Gozo - definitiv nichts für Anfänger. Es handelt sich um eine große Unterwasserhöhle, deren Eingang in etwa 30 m Tiefe liegt. Die Höhle führt dann schräg nach oben, etwa 100 m in den Fels hinein. Im hinteren Bereich kann man auftauchen. Schon der Einstieg kann für den ein oder anderen zum Problem werden - es gibt nämlich nicht wirklich einen. Man latscht voll aufgerödelt soweit es geht über die spitzen Felsen bis an die Kante direkt oberhalb der Höhle, was schon ein ziemlicher Balanceakt ist. An Flossen anziehen ist hier nicht zu denken, deswegen springt man aus 2m Höhe mit den Flossen in der Hand ins Wasser, wobei man idealerweise nicht seine Maske verliert. Im Wasser kann man dann in aller Ruhe die Flossen anziehen, sollte aber darauf achten, dass einen nicht die nächste Welle gegen die Felsen schmeißt. Nach dem Abtauchen taucht dann schon recht bald das riesige schwarze Loch, welches den Eingang zur Höhle markiert, vor einem auf. Schnell noch den Kompasskurs Richtung Ausgang gemerkt und dann geht's mit jeweils zwei Lampen bewaffnet ins Dunkle hinein. Wir haben Glück Ein armes, als Trockner missbrauchtes Automobil nach getanem Tauchgang. Nach dem Tauchgang an der Billinghurst. und finden eine Leine vor, die wohl von einem der letzten IDCs hier übrig geblieben ist und an der wir uns orientieren können. Auch ohne Leine sollte die Orientierung für erfahrene Taucher aber problemlos sein, die Höhle führt fast geradeaus in den Fels hinein, es gibt keine Abzweigungen, an denen man sich vertauchen könnte, und der Boden ist größtenteils felsig, weswegen auch die Gefahr von aufwirbelndem Sediment nicht so groß ist. In der Höhle selbst ist nicht viel zu sehen, aber es lohnt sich immer mal wieder zurück zum Eingang zu blicken, wo das einfallende Tageslicht das Meer in strahlendem Blau erscheinen läßt. Immer weiter geht es in die Höhle hinein, wobei es immer dunkler wird, bis von draußen schließlich kein Tageslicht mehr hineinfällt. Schließlich erreichen wir das Ende des Tunnels, der in einer kleinen, etwa 2 mal 2 m breiten und 1 m hohen, luftgefüllten Kammer endet. Die Luft hierdrin kann man problemlos atmen, also einfach mal Lampe aus und Fresse halten und man bekommt ein Gefühl, wie man es wohl nur noch an wenigen Orten auf der Welt erleben kann: Absolute Stille und totale Dunkelheit, kein Lichtschein dringt ans Auge, kein Geräusch ans Ohr, als ob man blind und taub wäre. Nach ein paar Minuten dieses Genusses machen wir uns auf den Rückweg. Schon bald können wir die Lampen ausschalten und Wer spricht noch von Cristo, das hier ist Verpackungskunst. folgen einfach dem Lichtschein des Ausgangs, der erst sehr klein in der Ferne erscheint und dann immer größer wird, bis das durchdringende Türkis des offenen Wassers uns wieder hat. Gigantisch. Nach dem Verlassen der Höhle wenden wir uns gen Norden und tauchen die 15-20 min zum Reqqa Point, der einzigen Ausstiegsmöglichkeit weit und breit, weswegen man auch diesen Tauchgang nur bei idealen Wetterbedingungen machen kann. Unterwegs kommen wir noch an einer weiteren kleinen Höhle vorbei, die in 35 m Tiefe liegt. Ob man sich die nun auch noch angucken muss, nachdem man sowieso schon jojo-mäßig in der Billinghurst rauf und runter ist, muss jeder für sich entscheiden. Ich hab nur einen kurzen Blick riskiert: Recht bunt, aber sonst nichts Spezielles zu sehen. Der Ausstieg am Reqqa Point beendet dann einen meiner absoluten maltesischen Favoritentauchgänge.

Durch diesen Inlet geht es erstmal 20 min im Flachwasser, bevor man den <em>Blue Dome</em> erreicht. Der Blue Dome, teilweise auch als Cathedral Cave bezeichnet, liegt ein paar Kilometer westlich der Billinghurst Cave. Am besten kommt man hier nachmittags her, da dann die Sonne ideal steht. Der Einstieg ist etwas beschwerlich, da man vom Parkplatz aus erstmal wieder zig Stufen voll aufgerödelt zu einem kleinen Kieselstrand hinuntersteigt, wo man ins Wasser geht. Dann geht es eine sehr schmale, max. 8 m Tiefe Bucht entlang, die eher einem kleinen Flußlauf gleicht. Nach 20 min Tauchzeit erreicht man die Mündung ins Meer, und erreicht nach weiteren 10 min an der Felswand entlang das große Loch in der Felswand, das den Eingang zum Blue Dome kennzeichnet. Der Eingang befindet sich in taucherfreundlichen 5 m Wassertiefe und nach ein paar Metern erreicht man schon den großen Kuppelsaal, in dem man auftauchen kann. Dann heißt es, Tschö Gozo! entspannt auf die Wasseroberfläche gelegt, den Blick Richtung Eingang gewandt und genießen. Was die Nachmittagssonne da an Farbspielen auf dem Wasser, den Felswänden und der Kuppeldecke veranstaltet, ist schon atemberaubend. Von dunkelblau über türkis bis hin zu einem freundlichen hellblau reicht die Farbpalette. Die Sonne glitzert auch schon mal in prächtigem Gold auf der Wasseroberfläche. Einfach genial. Wenn man sich daran satt gesehen hat, geht es den gleichen Weg zurück, den man gekommen ist. Neben der Billinghurst Cave ist dieser Platz mein Favorit auf Gozo.

Fazit: So ganz kann ich nicht nachvollziehen, warum Malta immer als die Topadresse für Tauchen im Mittelmeer bezeichnet wird. Dafür hat es einfach zu wenig von dem, was das Tauchen für mich auch zu einem großen Teil ausmacht: Leben. Nun war ich sonst noch nirgendwo im Mittelmeer, sieht man mal von einem einzelnen Tauchgang in Tunesien bei Sichtweiten von 30 cm ab. Daher fehlt mir der Vergleich, vielleicht ist es überall sonst ja noch toter. Was wirklich toll ist, sind die gigantischen Sichtweiten und die Unterwasserlandschaft mit seinen Unmengen Steilwänden, Grotten und Höhlen, vor allem auf Gozo, weswegen ich bei einer Rückkehr einen viel größeren Fokus auf Gozo als auf Malta legen würde.

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