Inselhüpfen Hawaii - ein Reisebericht

September/Oktober 2019

Seit ich in den 1980er-Jahren Magnum im Fernsehen gesehen habe, stand Hawaii auf meiner (sehr langen) To-See-Liste. Als endlich das dafür nötige Kleingeld vorhanden war, ist mir immer irgendwie diese Taucherei dazwischen gekommen. 2019 war es dann endlich soweit: Da man sowieso am besten über Hawaii fliegt, wenn man auf die Marshallinseln will, lag es nah, im Anschluss an die Tauchsafari noch über die hawaiianische Inselwelt zu hüpfen. Es hat ein wenig Überzeugungsarbeit (manche würden auch sagen: Überredungskunst) gekostet, meinen Arbeitgeber dazu zu bewegen, mich meine 30 Tage Jahresurlaub am Stück nehmen zu lassen, aber letztendlich hat es geklappt. Mit Wochenenden und Feiertagen komme ich so auf 45 Tage unterwegs — fast schon ein kleine Auszeit. Nach dem grünen Licht konnte es an die Planung und die Beantwortung folgender Fragen gehen:

  1. Welche Inseln soll ich mir in den 26 für Hawaii zur Verfügung stehenden Tagen angucken, wieviele Tage auf welcher Insel bleiben und in welcher Reihenfolge soll ich mir die Inseln angucken?
  2. Wo unterkommen, Hotel, B&B oder AirBnB und auf welcher Insel in welchem Ort bleiben?
  3. Brauche ich einen Mietwagen und wenn ja, welchen Typ auf welcher Insel?
  4. Gibt es Mitreisewillige, mit denen man sich die Kosten teilen kann?
  5. Bei welcher Airline buche ich die Inter-Island-Flüge und zu welcher Tageszeit soll ich fliegen?
  6. Was nehme ich an Gepäck mit, insb. da ich ja wegen der vorgelagerten Tauchsafari noch mein Tauchgerödel mit durch die Gegend schleifen muss?

Nützlich bei der Beantwortung der ersten drei Fragen fand ich die Hawaii-Seiten auf willkommenfernweh.de, einige Reiseberichte im Internet und Gespräche mit Freunden, die schon mal auf Hawaii waren. Außerdem habe ich mir natürlich diverse Reiseführer angeschafft und studiert. Die Bücher der "Revealed"-Reihe von Andrew Doughty kann ich wärmstens empfehlen. Letztendlich ist am Ende folgendes rausgekommen:

  1. Die Inseln (in dieser Reihenfolge) werden sein: Oahu (5 Tage), Maui (6 Tage), Kauai (7 Tage) und Big Island (8 Tage). Die Reihenfolge festzulegen war leicht:
    • Von den Marshallinseln kommend landet man immer in Honolulu, also Start auf Oahu.
    • Da der Rückflug am 13.10. ist und am Tag vorher die Ironman WM in Kailua-Kona stattfindet, die ich mir bei der Gelegenheit mal angucken will, wird Big Island die letzte Station sein. Es gibt auch internationale Flüge von Kailua-Kona; man muss also auf der Rückreise nicht zwingend über Honolulu.
    • Die Road to Hāna auf Maui will ich auf jeden Fall sehen und da mein Bruder meint, wenn man Kauai schon gesehen hat, ist die Road to Hāna nur noch halb so schön, mache ich Maui vor Kauai.
  2. B&B ist übers Internet kaum zu finden, ich habe daher zur Hälfte Hotels und zur Hälfte AirBnB gebucht, je nachdem, was von der Lage her günstiger ist. Preismäßig unterscheiden sich die beiden kaum, sofern man kein Luxusresort braucht und mit einem 3- oder 3,5-Sterne-Hotel auskommt.
  3. Mietwagen ist definitiv ein Muss, wenn man keinen Badeurlaub machen will (ich will nicht). Lediglich auf Oahu gibt es sowas wie ÖPNV, hier kann man einiges (insb. innerhalb Honolulus) mit dem Bus erreichen. Ein Geländewagen wird auf keiner Insel zwingend benötigt, wenn man das "normale" Touri-Programm macht. Die kleinste Wagenklasse sollte man aber auch nicht unbedingt buchen, wenn man etwas Kofferraum braucht (siehe unten). Auch sollte man in jedem Fall schon von Deutschland aus buchen und nicht erst vor Ort. Ich habe daher auf billiger-mietwagen.de für jede Insel einen Wagen der Kompaktklasse gemietet (ca. 35 EUR pro Tag ohne Selbstbeteiligung). Nur für Maui musste es unbedingt wegen der Road to Hāna ein teureres Cabrio sein (ca. 55 EUR pro Tag).
  4. Nach Rumfragen im Freundeskreis hat sich tatsächlich eine mitreisewillige Freundin aus meiner Studienzeit in Aachen gefunden. Das halbiert die Kosten für Unterkunft und Mietwagen und natürlich ist es auch schön, wenn man die Erlebnisse mit jemandem teilen kann und nicht die ganze Zeit alleine unterwegs ist. Steffi wird am Tag, an dem ich aus Majuro komme, von Frankfurt starten, so dass wir uns in Honolulu treffen werden.
  5. Inter-Island-Flüge bucht man am besten direkt bei Hawaiian Airlines. Außerdem sollte man sich dort zum "HawaiianMiles"-Programm anmelden, wenn man ein paar Dollar für das aufgegebene Gepäck sparen will. 23 kg kosten dann nur 15 US$ statt 25 US$. Ich habe die Flüge alle auf den frühen Morgen (zwischen 7 und 8 Uhr) gelegt, um den jeweiligen Transfertag nicht durch einen Flug zu zerschneiden und noch sinnvoll nutzen zu können. Da die Mietwagenstationen zwischen 5 Uhr und 5:30 Uhr öffnen, kann man vorher auch den Wagen stressfrei zurückgeben. Nachteilig ist dann allerdings, dass man am Transfertag bis zum Check-In in der Unterkunft (i.d.R. ab 15 Uhr) das Gepäck ggf. im Kofferraum des Autos lassen muss, was nicht unbedingt ratsam ist. Autoaufbrüche kommen auf Hawaii regelmäßig vor. Es gibt leider seit dem 11. September auf amerikanischen Flughäfen keine Schließfächer mehr und Hotels lagern Gepäck nur von ihren Gästen.
  6. Beim Packen habe ich mich auf das Notwendigste beschränkt, um mit 1x23 kg hinzukommen. Ein zusätzliches Gepäckstück wollte ich unbedingt vermeiden, weniger wegen der Kosten, sondern weil dann ggf. nicht das gesamte Gepäck in den Kofferraum des Mietwagens passt (siehe letzter Punkt). Wenn man Klamotten auf dem Rücksitz lagern muss, kann man am Transfertag eigentlich gar nichts mehr machen, ohne Angst haben zu müssen, dass das Auto aufgebrochen wird. Um die 23 kg nicht zu überschreiten, habe ich nicht essentielles Tauchgerödel zu Hause gelassen (ab 26 Grad Wassertemperatur brauche ich keinen Neo) und auf schwere Wanderschuhe verzichtet. Für "normale" Tagestouren reichen leichte Wanderschuhe völlig aus. Sie sollten aber eine feste Sohle und ordentlich Profil haben: Mit Turnschuhen sind gerade auf Kauai und Maui einige Wege durch Matsch und Schlamm oder über scharfkantiges Lavagestein nicht vernünftig begehbar. Warme Klamotten, die man für Maui und Big Island braucht, wenn man auf die Vulkane will, kann man auf dem Flug am Körper tragen. Da man in allen Hotels und i.d.R. auch in vielen AirBnBs waschen kann, kann man auch mal ein paar Klamotten weniger einpacken. Es reist sich eh leichter mit leichtem Gepäck. Ganz ohne Steffis Hilfe ging es dann aber doch nicht: Von meinen 2,2 kg Reiseführern (siehe oben unter "Revealed") hat sie dankenswerterweise die Hälfte eingepackt. Ich lese halt immer noch lieber analog statt in einer App.

Mit genau 23 kg (inkl. Tauchgepäck) geht es am 31.08. endlich Richtung Marshallinseln. Nach zwei Wochen auf See startet das Inselhüpfen auf Oahu.

  • Facebook