Sabang Beach liegt am Nordende der philippinischen Insel Mindoro. Nachdem jegliche Versuche, dem deutschen
Winter Richtung Malta und Kapverden zu entkommen, gescheitert waren, hat es
mich im Februar 2003 ziemlich spontan dorthin verschlagen. Die Anreise ab Frankfurt dauert
ziemlich genau 19 Nettostunden, z.B. mit Cathay Pacific über Hongkong nach Manila,
dann mit dem Van 2-3 Stunden zum Fährhafen in Batangas und dann mit einem Bötchen
nochmal 1 1/2 Stunden rüber nach Mindoro.
In Sabang hat man die Auswahl unter Dutzenden Tauchbasen und -resorts. Wir haben uns über "Wet Expedition"
im Garden of Eden-Resort eingebucht, in dem die Basis der
Cocktail Divers beheimatet ist, und waren damit bis auf das Verhalten des Managements gegenüber den Gästen, über das ich im
Fazit noch ein paar Worte verliere, zufrieden. Die Aircon-Rooms sind einfach, aber
sauber und geräumig, sodass man sich auch mit drei Leuten nicht auf den Füßen steht. Zum Preis von 25 €
am Tag wird Non-Limit-Tauchen angeboten. Darin enthalten sind drei Bootsausfahrten am Tag zu den Plätzen
in der Umgebung (9, 12, 15 Uhr) sowie beliebig oft Tauchen auf eigene Faust am Hausriff. Allerdings
bleibt dazu kaum Zeit, wenn man die Bootstauchgänge nutzt, da man um 17 Uhr wg. des Einbruchs der Dunkelheit
zurück sein muss. Also entweder geht man schon um 6:30 Uhr ins Wasser oder lässt einen Bootstauchgang sausen.
Zusätzlich angeboten werden geführte Nachttauchgänge, die man aber extra zahlen muss (20 € ab dem 3.
Nachttauchgang, inkl. Lampe). Die Investition lohnt sich aber, von allen Tauchgängen hat mir das Nachttauchen
am besten gefallen.
Insgesamt gibt es etwa 30 Tauchplätze, die mit dem Boot angesteuert werden. Diese liegen aber zum Teil so eng zusammen, dass man davon 2-3 während eines Tauchgangs besuchen kann, insbesondere dann, wenn es Strömung hat. Grob würde ich die Tauchplätze in vier Regionen unterteilen, wobei sich die meisten Tauchplätze innerhalb einer Region relativ ähnlich sind.
Region House Reef
Das "Hausriff" wird aus zwei Plätzen gebildet,
Sabang Wrecks und Grasslands, wobei man ein Riff hier vergeblich sucht. Bei den Sabang Wrecks
handelt es sich um drei kleinere Wracks, die in einer Wassertiefe von 20 m und einem Abstand von max. 30 m zueinander
liegen. Im nördlichsten Wrack findet man Skorpionsfische und
Harlekin-Geisterpfeifenfische. Ein paar Meter weiter nördlich
lungern in 24 m ein paar Dornige Seepferdchen im Sand herum. Das mittlere der drei Wracks ist ziemlich
uninteressant und kann getrost links liegen gelassen werden. Stattdessen wende man sich dem östlichen Wrack zu,
das insbesondere während eines Nachttauchgangs atemberaubend ist. Im gut erhaltenen vorderen Teil verstecken sich
kleine Drachenköpfe in den Seitenwänden, weshalb man beim Tarieren und
Festhalten am Wrack sehr vorsichtig sein muss. Ganz besonders gut Ausschau sollte man auch nach gut getarnten kleinen
Anglerfischen halten. Einen pinkendieser
Zeitgenossen haben wir hier bei fast jedem Nachttauchgang gefunden. Tonnen verschiedener
Garnelen und winziger
Krabben finden sich in den Spalten und Ritzen und ab und an auch mal ein roter Hummer. Meist trifft man auch auf
Sepien,
die einzeln oder im Paarlauf über das Wrack schweben. Ab und zu kann man fette
Steinfische in den
Überresten des Decks entdecken. Verlässt man das Wrack Richtung Süden zum Strand hin, erreicht man die
Grasslands. Diese bestehen aus einem Haufen Sand, in dem ein paar kleinere
Korallenblöcke stehen. In den flachen Bereichen ist der
Boden von Seegras bedeckt. Trotz des unscheinbaren Äußeren tobt in den Grasslands das Leben. Auch hier gilt, dass
bei Nachttauchgängen meist mehr los ist als am Tag und es gibt immer was Neues zu entdecken. Haufenweise kleiner und
großer Einsiedlerkrebse und Anemonenträger krabbeln über den Sand. Auf einigen der Korallenblöcke findet man kleine
Anglerfische in allen möglichen Farben, von bräunlich-rot über pink, weiß, gelb,
orange bis hin zu komplett schwarzen Exemplaren. Im Sand ebenso wie im Seegras
kann man mit etwas Glück Seegras-Geisterpfeifenfische erspähen, im Sand eher
die bräunliche Variante, im Seegras sinnvollerweise die grünliche. Ebenso findet man braune
Schaukelfische, die mit ihrer üblichen Schunkelbewegung meist paarweise im
Sand hocken. Fette und farbenfrohe Harp-Shells, deren Körper
viel zu groß ist, um in ihr Gehäuse zu passen, kriechen über den Sandboden. Fast immer sieht man den Kopf von
gelben oder roten Schlangenaalen aus dem Sand hervorlugen. Buddelt man dann etwas im Sand herum, schießen sie aus ihren Löchern und man sieht das
fette Vieh in seiner vollen Größe davonjagen und sich in 5 m Entfernung erneut rückwärts in den Sand einbuddeln.
Ein tolles Schauspiel im Schein der Lampe! Toll sind auch die winzigen Bobtail-Squids, die so wunderbar blau leuchten.
Glühend rot kommen dagegen die mächtigen Feuerseeigel daher, man könnte
tatsächlich meinen da glühen in ihrem Inneren gerade ein paar Briketts aus.
Auf zwei Nachttauchgängen sind wir auf einen Flughahn gestoßen,
mit seinen flügelähnlichen Flossen sieht dieser Kollege echt freaky aus. Das Gleiche gilt für den
Flügelrossfisch, den ich in Dahab
immer vergeblich gesucht habe. Hier hatte ich ihn plötzlich vor der Nase. Ein weiteres Highlight war der Mimic Octopus,
auf den wir während eines Tauchgangs gestoßen sind. Dieser Geselle ist in der Lage, andere Meeresbewohner nachzuahmen,
von Sepien über Muränen und Schlangenaale bis hin zu Plattfischen. Bei uns hatte er sich gerade für eine Sepie
gehalten. Kurz und gut: das Hausriff ist immer einen Tauchgang wert, 10-mal bin ich hier unter Wasser gegangen,
davon 7-mal bei Nacht und ein Tauchgang war besser als der andere.
Direkt ums Hausriff herum schließt sich ein weiterer Platz mit komplett anderer Charakteristik an:
Sabang Point/Sabang Wall. Warum man hier zwei Plätze draus macht ist mir etwas schleierhaft,
die beiden Plätze unterscheiden sich wohl nur in der Tiefe, deshalb betrachte ich das mal als einen Tauchplatz.
Highlight ist hier in etwa 21 m Tiefe eine Koralle, in der man Pygmäen-Seepferdchen findet - sofern man geschulte
Augen hat. Zum Glück hat Guide Anna geschulte Augen, sodass wir beides Mal welche gefunden haben. Für den Laien
sind sie praktisch nicht von der Koralle, auf der sie hocken, zu unterscheiden. Weiter in Richtung Hausriff hat es
wunderbare
Korallenbestände mit Hart- und Weichkorallen und Vasenschwämme, auf denen Tausende und Abertausende von Federsternen
sitzen. Ich glaube, ich habe noch nie so viele Federsterne auf einen Haufen gesehen. Insbesondere bei Nacht
kommen die vielen unterschiedlichen Farben wunderbar zum Vorschein. Sehr beeindruckend. Auf den Korallenblöcken findet
man auch diverse Nacktschnecken. Nachts kann man mit guter Wahrscheinlichkeit auf
Spanische Tänzerinnen treffen.
Austauchen kann man dann in den Grasslands, auf die man bei weiterem Tauchen Richtung Strand unweigerlich trifft.
Region Nordwest
Diese Region ist durch mehrere Kanäle geprägt, durch die die Boote von und nach Puerto
Galera fahren. In den Kanälen findet sich einzelne
Korallenblöcke, in denen es sich insbesondere lohnt, nach Nudibranches Ausschau zu halten. Im
Manila Channel haben wir ansonsten noch einen einsamen
grünen Schaukelfisch und einen Schwarm Schnepfenmesserfische entdeckt. Letztere schwimmen wie auf Kommando mal senkrecht,
mal waagerecht, je nachdem, über welchem Untergrund sie sich gerade befinden. Im Batangas Channel
war noch etwas mehr los:
Meine erste Kuh hab ich dort entdeckt, gelb mit blauen Punkten, wie so eine
Unterwasserkuh halt aussieht. Dazu einen Painted Cray, wie ich ihn seit Australien nicht
mehr gesehen habe. Ganz nett ist auch Laguna Wreck, das Wrack eines etwa 20 m langen
Bootes, dessen eigentlicher Bestimmungszweck sich nicht mehr ergründen lässt. In dem Wrack findet man
Drachenköpfe,
Nacktschnecken und
Mantis Shrimps.
Ein paar Stachelmakrelen lungern um das Wrack herum.
Region Ost
Der Bereich Ost umfasst die am weitesten von Sabang entfernt liegenden Tauchplätze und reicht von Hole in the Wall
im Norden bis Coral Cove im Süden. 15 bis 20 Minuten braucht man zu letzterem Platz mit dem Boot. Während
unseres Aufenthalts war die Sicht
in diesem Abschnitt ziemlich bescheiden, was zum einen daran liegt, dass es hier viel, viel Sandboden und einen nicht
so großen Korallenbestand gibt und zum anderen daran, dass es meist eine Nord-Süd- oder Süd-Nord-Strömung hat, die
den ganzen Sand dann aufwirbelt. 8-10 m war daher das höchste der Gefühle, was wir hier an Sicht hatten. Zu sehen
gibt's trotzdem was. Bei Coral Cove finden wir vier im Sand vergrabene Blaupunktrochen,
lediglich die Augen und das Ende des Stachels lugen aus dem Sand hervor. Bei Boulders
findet man regelmäßig eine Kolonie
Seepferdchen in
einer Tiefe von 25 bis 30 m. Als Zugabe gibt's haufenweise Nacktschnecken, wobei ganz Sabang sowieso ein Paradies
für Nudibranch-Fans ist. Sinandigan Wall hat mir weniger gut gefallen mit Ausnahme der
Nacktschnecken. Bei Erics Cave hat es einen hübschen kleinen Korallengarten, der von
ein paar (Masken-)Igelfischen bewohnt wird. Gut gefallen haben mir auch Kilima Wall und Kilima Step,
an denen es wirklich ein tolles Korallenplateau mit unzähligen kleinen Rifffischen, fetten Drachenköpfen, großen Occis,
Dutzenden Nudis,
Muränen und Sepien gibt. Die einzigen Großfische in ganz Sabang treffen wir im Sharks Cave,
wobei ich die zwei Weißspitzenriffhaie nun nicht unbedingt als "groß" einstufen würde. Einer davon war aber
schwanger, von daher war das auch ein netter Tauchgang, den wir an Pink Wall beenden.
Die Wand hier ist wirklich pink, über und über mit Weichkorallen,
Anemonen und Schwämmen bedeckt,
der schönste Korallengarten an der Ostseite. Nur zu Turtle Rock kann ich nichts sagen.
Bei unserem Besuch war die Süd-Nord-Strömung derart stark, dass wir den Platz nicht erreichen konnten und
stattdessen im Express Tempo an der kompletten Ostseite entlang sind, alle oben genannten Tauchplätze sozusagen
"überflogen" haben und dann irgendwo hinter Hole in the Wall (siehe unten) wieder an die Oberfläche gekommen
sind. Kann passieren.
Region Nord
Der Küstenabschnitt zwischen Sabang Beach und Escarceo Point, auf dem ein Leuchtturm den Bötchen den
Weg um das Kap weist, ist geprägt von den Tauchplätzen mit dem besten Korallenbestand in Sabang. Wunderbare
Hart- und Weichkorallen, unzählige
Anemonen mit den
gleichnamige Fischen darin und immer wieder riesige Vasenschwämme, in denen sich ab und zu ein Riffbewohner versteckt
hält. Am Monkey Beach liegt in 20 m Tiefe das Wrack einer kleinen Yacht, das ich aber nicht
sonderlich interessant finde. Dafür treffen wir auf eine Geistermuräne, die sich fast vollständig aus ihrer Höhle
hervorwagt. Entzückend, ich hatte nämlich noch nie eine gesehen. Biegt man auf dem Weg vom
Wreck Point Richtung Hausriff in die übernächste Bucht ab (nach etwa 40 Minuten Tauchzeit)
gelangt man in ein atemberaubendes Feld von Tisch- und Geweihkorallen. Nicht nur das Feld hat riesige Ausmaße, auch
die Tischkorallen an sich haben Dimensionen, die ich vorher noch nie
irgendwo gesehen habe. Fantastisch! Nur auf seine Tiefe sollte man bei aller Bewunderung achten, das Feld ist in
3 bis 5 m Tiefe und man sollte sich nicht gerade von einem der zahlreichen Boote die Schraube ins Kreuz jagen lassen.
Ein weiterer Tauchplatz hier ist Dungon Wall, an dem man wie überall in diesem Abschnitt Dutzende
Fangschreckenkrebse findet. Auf den Malediven
sind diese Biester immer gleich im nächsten Loch verschwunden, wenn man ihnen mehr als 5 m auf die Pelle gerückt ist.
Bei behutsamer Annäherung kann man ihnen hier fast die Maske auf eines der bläulichen Augen drücken. Auch
Nacktschnecken findet man hier zuhauf. Bei West Escarceo erleben wir einen der wenigen
Strömungstauchgänge auf der Nordseite, es zieht uns wie Hechtsuppe Richtung Hole in the Wall,
dass genau am Kap liegt und
den Übergang zwischen Nord- und Ostseite darstellt. Wie der Name schon sagt, ist "Hole in the Wall" ein kleiner
Tunnel im Fels, durch den man bei Einziehen des Bierbauches hindurchtauchen kann. So gelangt man quasi innerhalb von
5 m vom Bereich Nord in den Bereich Ost, was sich sofort durch dramatische Verschlechterung der Sicht bemerkbar macht.
Dafür hat es noch einen netten kleinen Korallengarten und viele, viele Vasenschwämme, an denen es sich zu unserem
Besuch die nächste Seegurken-Generation gemütlich gemacht habt. Die Vasenschwämme sind über und über bedeckt mit
kleinen, vielleicht 5 cm langen
Seegurken-Nachkömmlingen.
Eine Sonderstellung nimmt der Platz The Canyons
ein. Dies ist der einzige Platz in Sabang, der nur von erfahrenen Tauchern betaucht werden sollte, zumindest
nehmen die Cocktail Divers nur erfahrene Taucher hierhin mit. Der Platz liegt noch westlich von Hole in the Wall
am Ende des Kaps in einer Tiefe von 30 m und lebt von seiner Atmosphäre. Man sollte weniger nach irgendwelchen
Kleinfischen suchen, sondern lieber den Kopf nach vorne wenden und das Schwimmen
durch den Unterwassercanyon genießen. Das Fischleben ist weniger interessant, auch wenn uns ein großer Zacki und eine
Kröte über den Weg schwimmen.
Beide werden sofort von zwei Kollegen aus der Gruppe unserer österreichischen Tauchfreunde attackiert und einer
lässt sich sogar von der Kröte ziehen. Mein Buddy und ich gucken uns nur an und machen gleichzeitig die
entsprechende Handbewegung: Völlig ballaballa. Nach dieser wenig erfreulichen Einlage bekommen wir dann
sogleich den Grund dafür mit, dass hier keine blutigen Anfänger mitgehen sollten. Die Strömung ist
so stark, dass eine Rückkehr zum Riff auf die
Nord- oder Ostseite völlig unmöglich ist, wir werden unweigerlich Richtung offenes Meer gezogen. Also
einfach den Fels loslassen, an den wir uns klammern und ab geht die Post, Aufstieg im Blauen nach 30 Minuten
Tauchzeit, da kommt ein Hauch von Malediven auf. Aus einiger Entfernung beobachten wir, wie einer der beiden
Krötenklammerer seinem Kumpel das Zeichen gibt: "Out of air", der ihm daraufhin seinen Oktopus gibt. Dumm nur,
dass der Kumpel seinerseits knapp an Luft ist und deswegen dem neben ihm treibenden Guide das Zeichen gibt:
"Out of air". So wechselt ein weiterer Oktopus den Besitzer und wie an einer Kette aufgereiht treibt die fröhliche
Oktopus-Polonaise der Oberfläche entgegen.
Hot Springs
Die Cocktail Divers bieten auch Tagestouren zu Plätzen außerhalb Sabangs an. Einer davon ist die Tour zu Lighthouse
Island, an der zwei Tauchplätze besucht werden. Wegen der herrschenden Windbedingungen am Tag unseres Ausflugs,
besuchen wir davon nur einen Platz, nämlich Hot Springs. Der Name rührt von
heißen Quellen her, die man in etwa 20 m Tiefe findet. Aus dem dunkelbraunen Sandboden
treten hier überall heiße Gasblasen aus,
sodass man in einem
Vorhang aus Blasen taucht. Buddelt man seine Hand in den Boden, muss man sie sofort wieder herausziehen, um sich nicht irgendwelche
Verbrennungen zuzuziehen, so heiß ist es im Grund. Eine nette Aufwärmstation für schnell frierende Taucher.
Guide Chris erklärt uns, dass er einmal ein Ei mitgenommen und einen halben Meter tief im Sand verbuddelt hat.
Nach einer Viertelstunde war es hart gekocht. Neben den Quellen hat es noch klasse Korallenformationen, in denen
ich während des 60-minütigen Tauchgangs mehr verschiedene Arten an Nudibranches finde, als ich in 6 Jahren
Tauchen vorher zusammen gesehen habe. Sehr genial! Den krönenden Abschluss bildet ein riesiges, ebenes Feld von
broccoli-artigen Weichkorallen, die da wie hingepflanzt alle paar Armlängen stehen. Nur, dass dieser Broccoli
in den verschiedensten Pastelltönen daherkommt, von grün, blau, rosa und rot bis hin zu gelb reicht die Palette.
Pretty cool stuff!
Die Nudibranch-Parade von Sabang Beach
In Sabang kann man in wenigen Tagen mehr unterschiedliche Arten von Nacktschnecken und Plattwürmern finden, als man in Jahren zuvor gesehen hat. Deswegen gibt's hier einen eigenen Abschnitt mit den Nudis und Würmern von Sabang.
Fazit: Das Tauchen in Sabang ist sehr, sehr klasse, wenn einem der Sinn nach Kleinvieh steht. Großfischfans sind hier fehl am Platze. Highlights sind natürlich die Pygmäen-Seepferdchen, Anglerfische und Geisterpfeifenfische, die man sicher selten so gut und zahlreich beobachten kann, wie hier. Mein persönlicher Liebling ist eindeutig das Hausriff und das insbesondere bei Nacht. Aufpassen muss man gerade am Hausriff aber mit dem Bootsverkehr, da man sich quasi unter der Einflugschneise zum Strand befindet. Drei Meter Wasser über dem Rücken und eine Sicherheitsboje, die vor dem Auftauchen nach oben gelassen wird, sind absolutes Muss, will man sich nicht versehentlich einen Kopf oder Arm kürzer machen lassen. Einen schalen Beigeschmack verursacht das Verhalten des Resort-Managements gegenüber den Gästen. Man sollte wissen, dass man seine Zwischenrechnung alle 3-4 Tage selbständig im Office zahlen muss. Da wir dies mangels Wissen versäumten, kam Manager Mario drei Tage vor unserer Abreise auf uns zu und bat uns um Begleichung der Zwischenrechnung. Dies wollten wir am nächsten Tag morgens um 9 Uhr vor Antritt der Hot Springs-Tour tun, mussten jedoch feststellen, dass es keine Aufschlüsselung der zu bezahlenden Summe nach Personen gab, sondern nur eine Rechnung für das komplette Zimmer. Also vereinbarten wir mit dem Resort-Mitarbeiter, dass er erst eine detaillierte Aufstellung nach Personen erstellt und wir nach Rückkehr von der Hot Springs Tour die komplette Rechnung bezahlen. Zehn Minuten später kam Mario in der Resort-Bar auf uns zugestürmt und machte uns in einer unerträglichen Weise an, die ich so noch nie von Hotelpersonal gegenüber Gästen erlebt habe. Lautstark drohte er uns mit Absage der Hot Springs Tour und Rauswurf aus dem Resort noch am selben Tag, wenn wir nicht augenblicklich unsere Zwischenrechnung bezahlten. Und dies vor weiterem anwesenden Personal und Gästen! Mal ganz abgesehen davon, dass ein solches Verhalten sowieso völlig inakzeptabel ist, hatte er sich nicht mit seinem Office-Angestellten darüber abgestimmt, was wir mit ihm ausgemacht hatten. Nur dem vermittelnden Eingreifen des Staffs der Tauchbasis ist zu verdanken, dass die Tour schließlich doch stattfand. Die "Zwischenrechnung" war letztlich erst am nächsten Abend fertig und kann nur als Witz bezeichnet werden. Sie bestand aus einem Schmierzettel, wo für jede Person die Gesamtkosten pro Tag aufgelistet waren, ohne Angabe, um welche Positionen es sich im Einzelnen handelte, obwohl man für jedes Essen und jede Tasse Tee, die man in der Resort-Bar bestellt, einzeln unterschreiben muss (was völlig ok ist). Zu einer Entschuldigung sah sich Mario selbstverständlich nicht genötigt.